Donnerstag, 12. Juli 2012

Onomichi - Tor zu Inlandssee

Nun war ich in Hiroshima und hatte noch 1,5 Wochen Zeit bis zum Gion Matsuri in Kyoto. Was also tun? Ab in den Bummelzug Richtung Kyoto und Zwischenstopps einlegen wo es schön ist. Der erste war Onomichi, eine kleine verschlafene Stadt an der Seto-naikai (Seto-Inlandssee). Onomichi ist über ein Brückensystem mehrerer kleinerer Inseln mit Shikoku verbunden (Shimanami Kaido). Am besten erkundet man diese Stadt per Fuss in den unzähligen kleinen Gässchen, vorbei an Tempeln und hinauf zum Mt. Senkoji Observatorium.









Miyajima

Miyajima ist eine kleine Insel in der Nähe von Hiroshima und bequem per Fähre erreichbar und somit ideal für einen Tagesausflug. Die meisten von euch werden diese Insel unbewusst kennen, da das dortige torii (Tor) zum Itsukushima Schrein ein beliebtes Japanmotiv darstellt. Das Tor wie auch der Schrein sind auf Stelzen im Wasser gebaut, sodass sie bei Flut zu schwimmen scheinen.






Freilaufende Rehe gibt es dort scharenweise. Und die sind gefrässig!

Erst wollen die mein Eis...

Und dann klauen sie nem Kind das Schnuffeltuch :D

Hiroshima

Zusammen mit Athena fuhr ich mit dem Shinkansen von Kobe nach Hiroshima. Am Ticketschalter wurde meine Geduld so richtig auf die Probe gestellt. Ich habe der Serviceangestellten in meinem besten Anfängerjapanisch erklärt was wir möchten aber sie hielt es nicht für nötig ihr Sprachniveau dem meinem anzupassen. So geschah es, dass wir eine geschlagene halbe Stunde um einander herum redeten, bis sie es einsah und ihre Kollegin holte, die Englisch sprach. Diese Unflexibilität habe ich hier schon einige Male erlebt, da es vielen Japanern schwer fällt auf ungewohnte Situationen zu reagieren. Alles wird strikt nach Lehrbuch abgehandelt um bloss nicht das Gesicht zu verlieren. Im Umgang mit anderen Japanern mag das vielleicht funktionieren, aber ich bin ein einfacher Touri!

Zu guter letzt sind wir in Hiroshima angekommen. Die Fahrt im Shinkansen war vor allem eines, schnell. Braucht man mit dem Bummelzug für diese Strecke 5 oder 6 Stunden, so ist man mit dem Shinkansen innerhalb 1 Stunde am Ziel.


Hiroshima ist wie ein Phönix aus der Asche auferstanden. Nichts in dieser blühenden und lebhaften Grossstadt lässt auf ihre traurige Vergangenheit schliessen. Der Atombomben Dom ist einer der wenigen verbliebenen Zeigzeugen und steht als Mahnmal unweit der Abwurfstelle der Atombombe.

Der Cenotaph im Friedensgedenkpark ist ein Ehrengrabmal für die unzähligen Opfer der Atombombe. Er steht in einer Linie mit dem Dom und der Friedensflamme. Diese brennt seit 1964 und wird erst erlöschen, wenn alle nuklearen Waffen von der Welt verschwunden sind.



Dieses Denkmal ist den verstorbenen Kindern gewidmet. Es basiert auf der Geschichte des jungen Mädchens Sadako Sasaki, das an Leukämie starb. Sie faltete 1000 Papierkraniche in der Hoffnung auf Heilung.

Noch heute schicken Leute, vor allem Kinder, Ketten aus Papierkranichen nach Hiroshima, die nahe des Denkmals aufgehängt werden.


Eine japanische Legende besagt, dass demjenigen, der 1000 Papierkraniche faltet, ein Wunsch erfüllt wird. Der Kranich ist ein Symbol des Glücks und verheisst ein langes Leben.















Auch nach einem Besuch im Friedensgedenkmuseum ist es schwer zu begreifen, was den Menschen hier widerfahren ist. Es lässt einen erzittern, zu wieviel Menschen bereit sind einander anzutun. Wenn so der Fortschritt einer zivilisierten Gesellschaft aussieht, dann kann uns keiner mehr helfen.

Kobe

Von Osaka nur einen Katzensprung entfernt liegt Kobe, eine kleine Stadt in der Bucht von Osaka. Hier tummeln sich allerlei Leute unterschiedlicher asiatischer aber auch westlicher Herkunft. Hier habe ich einige Nächte bei  Manish übernachtet, einem indischen Geschäftsmann, der projektbedingt ein halbes Jahr in Kobe lebt. Wir kamen sehr gut miteinander aus, einziger Wermutstropfen war das Fehlen eines Zweitschlüssels, sodass ich jeden Morgen 6:45 (!!!) mit ihm das Haus verlassen musste. Naja, so hat man wenigstens was vom Tag...

Die Akashi Kaikyo Brücke ist eine von drei Brückensystemen, die Honshu mit Shikoku verbindet.

Blick auf Kobe und Suma Beach.

Das durfte natürlich nicht fehlen! Einmal Kobe Beef zum Mittag. Es war sehr gut und sehr teuer.

Der Meriken Park im Hafen von Kobe. Fotografiert vom Mosaik Garden aus, in dem sich viele Bars und Restaurants befinden. Ich war mit Athena, die ich in Osaka im Hostel kennengelernt habe, im Fishermens market. Zum all you can eat :)

Fishermens Market.



Athena und ich. Oder wie wir sagten "David und Goliath"...

"Dreh dich doch einfach mal!"

Unterwegs in Osaka

In Osaka traf ich mehrere Bekannte wieder. Den Anfang machte Joe, mit der ich in Yamanashi auf einer Farm gearbeitet habe. Wir trafen uns zum Mittagessen auf ein Okonomiyaki (die Spezialität Osakas!) und einem anschliessenden Stadtbummel.

Das Osaka-jo. Die heutige Burg ist eine Nachbildung des Originals von 1931. Der verwendete Stahlbeton trägt vor allem im Inneren nicht zur Authentizität bei.

In Amerika-Mura (America Village) wimmelt es nur von Jugendlichen, die der aktuellen Popkultur fröhnen. Alles was gerade angesagt ist trifft sich hier.

Nicht nur die Deutschen, sondern auch der grosse Bruder ist überall. Zu ihrem Namen kam die Amerika Mura durch die unzähligen Geschäfte, die nach dem Krieg hier US-Produkte verkauften.

Dotombori - DAS Ausgehviertel in Osaka.


Dotombori-gawa bei Nacht.

Dorthin ging es auch zur Kneipentour mit Ina! Mit von der Partie war übrigens auch wieder Alex. Ihn hatten Ina und ich in Takayama kennengelernt, in Kyoto zufällig wiedergetroffen und in Osaka abgefüllt ;D

Mittwoch, 11. Juli 2012

A Bar in Osaka

Nach 1,5 Wochen bin ich vom eher gesetzten, schicken Kyoto in die quirrlige Metropole Osaka gereist. Hier pulsiert das Leben und mein erster Anlaufpunkt war die Bar "nocosarejima" im alten Vergnügungsviertel "shin sekai". Alt deshalb, da sich das heutige Nachtleben mehr rund um die "doutombori" abspielt. Shin-Sekai bedeutet neue Welt. Eine Welt von damals in der die Zeit stehengeblieben scheint.



Ich habe die Inhaberin der Bar über Couchsurfing gefunden. Als kleine Gegenleistung für die freie Übernachtung habe ich für drei Stunden am Tag dort gearbeitet. Aber von Arbeit kann kaum die Rede sein, es war einfach nur Spass!!!




Der grosse Herr neben mir ist übrigens ein Tischler aus Dänemark, der der deutschen Tradition der Wanderschaft folgt und nun schon seit gut einem Jahr auf Reisen ist. Hier in Osaka hat er eine Stelle bei einem japanischen Meister gefunden. War schon witzig, gleich am ersten Tag in Osaka einen Europäer in Kluft zu treffen :D und was sagt uns das? Die Deutschen (oder ihre Traditionen) sind auch überall...